Claudia Hahn-Langreder
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Claudia Hahn-Langreder

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Das Freizeitpferd

Das Freizeitpferd - Prädikat wertvoll

Der Reiter – ... ‚naja‘…?                                                                        

Wie oft wurde man doch schon gefragt „Und was reitest Du so?“ oder „Was ist Dein Pferd denn für eins?“. Man antwortet dann: „Ich bin Freizeitreiter, ich habe ein Freizeitpferd.“ und gleichzeitig empfindet man als Reiter/Pferdebesitzer oftmals das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen. Denn man kann sich und sein Pferd keiner speziellen Disziplin oder Rasse zuordnen. Und irgendwie schwingt da immer mit, dass man „nur“ in seiner Freizeit reitet, „nur“ ein Freizeitpferd hat…

Genau genommen aber sind Freizeitpferde nicht schlechter als viele Spezialisten; im Gegenteil, sie sind nicht selten kleine Alleskönner. Sie haben nicht ein speziell ausgebildetes Talent, sondern oftmals gleich viele parallel. Sie stehen ihren Mann auf Dressurturnieren genauso wie auf Spaßturnieren, brillieren in Trailparcouren oder beim Rindertraining in einem Westernreitkurs. Nicht selten beherrschen sie zudem die eine oder andere, manchmal auch ganz viele Zirkuslektionen. Sie springen im Gelände locker über dickste Baumstämme oder gehen mit ihrem Besitzer am langen Strick joggen durch den Wald. Und häufig sind sie so gelassen, als wenn sie wirklich nichts in dieser Welt aus der Ruhe bringen könnte. Oftmals Familienpferd ertragen sie Kindergewusel, Turnübungen zu Pferd und Hundegebell; Trecker und anderes großes, landwirtschaftliches Gerät – alles oft gar kein Problem. Und wenn, dann ist der Freizeitreiter immer gewillt, sich mit seinem Pferd so lange zu beschäftigen, bis das Problem gelöst ist…

Soviel zum Partner Pferd. An ihm und mit ihm wird ‚gearbeitet‘, Probleme werden möglichst schnell behoben, denn man will mit seinem Partner Pferd ja sicher unterwegs sein und viel Freude haben. Dazu muss es sich nun mal sicher verladen lassen und möglichst ‚unschreckbar‘ sein; daran wird viel und gerne geübt. Man möchte ja auch ein bisschen stolz sein auf sein Pferd. Aber manchmal wird vergessen, dass Anstrengung und Mühe auf beiden Seiten vorhanden sein müssen, damit das Verhältnis ausgewogen ist. Und hier stellen sich die Fragen, die sich jeder Reiter hin und wieder fragen sollte: Was tue ICH alles dafür, dass es meinem Pferd gut geht? Wie sorge ich dafür, dass es lange gesund und leistungsfähig bleibt? Wie viele Gedanken mache ich mir über Training, Gymnastik, Ausdauer meines Pferdes? Sind meine Ansprüche altersentsprechend angepasst? Sind die Ausrüstungsgegenstände in ihrer Passform noch immer korrekt oder hat mein Pferd sich im Laufe der Zeit verändert? Nur Bewegung, Fütterung und artgerechte Haltung reichen da von Seiten des Reiters/Pferdebesitzers nicht aus. Bin ich ein guter Horseman? Bin ich ein Reiter, der leicht und fein reitet? Der sein Pferd durchlässig an den Hilfen hat? Kann ich ausbalanciert sitzen? Bin ich locker in der Hüfte, um den Bewegungen meines Pferdes zu folgen? Oder ziehe ich am Zügel, klopfen meine Schenkel und sitze ich wackelnd und hoppelnd zu Pferd?

Um dem alten Motto von Ursula Bruns gerecht zu werden sollte jeder Freizeitreiter bemüht sein „Pferdeliebe mit Sachverstand“ zu paaren. Als Freizeitreiter, der häufig seine Pferde in Eigenregie hält und selbständig trainiert, sollte man sich stets informieren und weiterbilden! Man sollte sich Gedanken darüber machen, wie genau man sein Pferd nutzen möchte und sich dazu einen langfristigen Trainingsplan erstellen, um sein Pferd für diese Nutzung vorzubereiten. Man sollte sich informieren, wie man für verschiedene Aktivitäten (Z.B. Springen, Wanderritte aber auch Zirkuslektionen) sein Pferd aufwärmt und in Muskulatur und Ausdauer korrekt vorbereitet, damit es keinen langfristigen Schaden davon trägt. Auch wie man Pferde gut und richtig gymnastiziert oder nach langer Winterpause wieder in Arbeit nimmt, sollte jeder Pferdemensch wissen. Man sollte sich in allen Belangen rund ums Pferd weiterbilden, damit man seinem Pferd in allen Belangen ein würdiger Partner ist. Man sollte sein Wissen über Fütterung, Haltung, die Anforderungen die man an Pferde in verschiedenen Altersstufen stellen kann, über Biomechanik, korrektes Reiten und Ausbilden immer erweitern, denn mit zunehmender Erfahrung wächst auch das Verstehen für komplexere Zusammenhänge; man lernt also niemals aus. Man sollte aber auch an sich, seinem Auftreten gegenüber dem Pferd, an seiner Körpersprache (auf und neben dem Pferd) arbeiten, damit man ohne Gewalt und Kraftaufwand mit ihm kommunizieren kann. Und last but not least, uns Gedanken machen über all unserem Ballast, im Sinne von Sorgen, Verspannungen, aber auch zu viel Gewicht und Stress, mit dem wir bei unserem geliebten Tier ankommen...

Sorgt man also dafür, dass beide gemeinsam Spaß haben und die Freude, bzw. die Nutzungsdauer nicht einseitig und von kurzer Dauer sind, arbeitet man sich selbst - dies ist immer das größte Problem, aber die wichtigste Aufgabe die ein Reiter sich stellen sollte – liegt wirklich das größte Glück der Erde (für beide Partner) auf dem Rücken der Pferde und bedeutet nicht den Reiter auf der Erde. Sei es, dass das Pferd sich des Reiters entledigt hat oder das Überlastung zu einer Nutzungspause führt. Und dann wird niemand mehr ein unzulängliches Gefühl haben müssen bei der Antwort: „Ich bin Freizeitreiter, ich habe ein Freizeitpferd.“ Dann kann man das mit Freude und Stolz von sich und seinem gut trainierten Pferd behaupten!

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